Eine Moderation auf Englisch ist sinnvoll, sobald ein relevanter Teil des Publikums oder der Bühne dem Programm auf Deutsch nicht folgen kann. Die eigentliche Frage ist selten ob, sondern wie: komplett auf Englisch oder im Wechsel mit Deutsch.
Vier Fragen, die die Sprache entscheiden
Erstens das Publikum: Wie viele Gäste verstehen kein Deutsch, und sollen sie nur zuhören oder mitdiskutieren? Wer Fragen stellen soll, braucht ein Programm in seiner Sprache. Zweitens die Bühne: Sprechen Ihre Keynote-Gäste und Panelteilnehmer Deutsch, oder antworten sie auf Englisch stärker? Drittens die Firmensprache: Ist Englisch ohnehin die Arbeitssprache des Hauses, wirkt ein deutsches Bühnenprogramm schnell künstlich. Viertens die Reichweite: Wird das Event aufgezeichnet oder gestreamt und schauen Standorte in anderen Ländern zu, zählt deren Sprache mit, nicht nur die des Saals.
Komplett Englisch oder im Wechsel
Ist das Publikum durchgehend international, ist ein komplett englisches Programm die klarste Lösung. Sitzen deutsche und internationale Gäste gemischt im Saal, ist der fliegende Wechsel meist besser: Begrüßung in beiden Sprachen, Kernaussagen kurz in der jeweils anderen zusammengefasst, Interviews in der Sprache des Gastes. Ein rein englischer Abend kann auf deutsche Gäste distanziert wirken, ein rein deutscher schließt internationale Gäste aus. Der Wechsel holt beide Gruppen ab, kostet aber Tempo, wenn er schlecht gemacht ist. Deshalb gehört er in die Hand einer Person, die beide Sprachen auf Bühnenniveau spricht, statt auf zwei Moderatoren verteilt zu werden.
Ein Beispiel aus der Praxis
Das Tech Leadership Forum von SAP lief zwei Tage komplett auf Englisch: acht Panels vor über 300 Führungskräften, das Publikum international, die Firmensprache Englisch. Der Global Sales Summit von Bosch dagegen lief zweisprachig, vor über 500 Teilnehmenden aus 40 Ländern: Dort saßen deutsche Teams und internationale Märkte im selben Saal. Beide Formate moderierte Jasmin Wölke, und die Sprachentscheidung fiel jeweils im Briefing, aus Publikum und Anlass heraus, nicht aus Gewohnheit.
Was Sie jetzt tun können
Schätzen Sie den Anteil der Gäste ohne Deutsch und fragen Sie Ihre Speaker nach ihrer stärkeren Sprache. Legen Sie dann fest, welche Programmpunkte zwingend englisch laufen müssen. Mit diesen drei Angaben ist die Sprachfrage im Briefing in zehn Minuten geklärt. Wie zweisprachige Moderation arbeitet, zeigt die Seite Zweisprachige Moderation, die Vorbereitung strukturiert die Briefing-Checkliste.