Podiumsdiskussion

Wie moderiert man ein Panel gut?

Ein Panel gut zu moderieren heißt vor allem: zuhören statt Fragen abarbeiten, freundlich unterbrechen können und die Zeit sichtbar führen. Diese Seite gibt sechs Tipps für die Situation auf der Bühne, wenn die Vorbereitung vorbei ist und das Gespräch läuft.

Ein Panel gut zu moderieren heißt vor allem: zuhören statt Fragen abarbeiten, freundlich unterbrechen können und die Zeit sichtbar führen. Diese Seite gibt sechs Tipps für die Situation auf der Bühne, wenn die Vorbereitung vorbei ist und das Gespräch läuft.

Tipp 1 bis 3: zuhören, unterbrechen, ausgleichen

Erstens: Die nächste Frage steht nicht fest, bevor die Antwort zu Ende ist. Wer während der Antwort schon auf seine Karte schaut, verpasst den Satz, an dem das Gespräch hängt. Die beste Folgefrage zitiert, was gerade gesagt wurde. Zweitens: Unterbrechen ist erlaubt, es ist sogar die Kernaufgabe. Ein Vielredner wird nicht unhöflich gestoppt, sondern mit seinem eigenen Inhalt: einen Halbsatz aufgreifen, zusammenfassen, an die Nächste weitergeben. Wer nie unterbricht, überlässt die Redezeitverteilung dem Lautesten. Drittens: Stille Gäste brauchen keine Generalfrage, sondern eine Vorlage. Eine konkrete Frage zu ihrem Spezialgebiet holt sie zurück, ohne sie bloßzustellen.

Tipp 4 bis 6: Zeit, Publikum, Schluss

Viertens: Die Uhr gehört ins Blickfeld der Moderation, nicht in den Rücken. Wer die Zeit erst am Ende bemerkt, kürzt beim Schluss, also beim wichtigsten Teil. Besser laufend kürzen: Themenblöcke zusammenlegen, eine geplante Frage streichen, das im Kopf mitrechnen. Fünftens: Publikumsfragen sind Material, keine Pflichtübung. Koreferate aus dem Saal bündelt die Moderation zu einer Frage und gibt sie gezielt an eine Person weiter. Sechstens: Der Schluss braucht Verbindlichkeit. Eine letzte Runde, ein Satz pro Person, dann ein klares Ende zur verabredeten Zeit. Ein Panel, das ausfranst, wird im Gedächtnis kürzer, als es war. Und der Saal merkt sich vom ganzen Gespräch vor allem die letzten zwei Minuten.

Was hinter den Tipps steht

Diese Regeln kommen aus der Praxis. Jasmin Wölke moderiert Podiumsdiskussionen auf Deutsch und Englisch, beim Tech Leadership Forum von SAP führte sie acht Panels und Fireside Chats in zwei Tagen, vor mehr als 300 Führungskräften. Ihre Erfahrung: Auf der Bühne rettet keine Technik ein Panel, das falsch vorbereitet wurde, aber eine gute Vorbereitung stirbt an einer Moderation, die nur ihre Liste abarbeitet. Beides gehört zusammen. Den Vorbereitungsprozess beschreibt Podiumsdiskussion vorbereiten, fertige Formulierungen liefert Fragen für die Podiumsdiskussion, und wer die Aufgabe abgeben will, findet die Leistung unter Podiumsdiskussion moderieren lassen.

Termin anfragen

Ist Ihr Termin noch frei?

Schreiben Sie kurz Datum, Ort und Art der Veranstaltung. Sie bekommen innerhalb eines Werktags eine Antwort.

Häufige Fragen

Wie unterbricht man einen Vielredner, ohne unhöflich zu wirken?
Mit Inhalt statt mit Geste: einen Halbsatz aufgreifen, in einem Satz zusammenfassen und die Aussage als Frage an die nächste Person geben. So fühlt sich der Gast gehört, und das Gespräch gehört wieder allen.
Was tun, wenn zwei Gäste aneinandergeraten und der Ton kippt?
Kurz entschleunigen: die Positionen beider sachlich zusammenfassen, den Streitpunkt benennen und eine dritte Person hineinholen. Konflikt ist gut für ein Panel, Gereiztheit nicht. Die Moderation trennt das eine vom anderen.
Wie viel sollte die Moderation selbst reden?
So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Fragen, Übergänge, Zusammenfassungen. Als Faustregel liegt der Redeanteil der Moderation deutlich unter dem jedes einzelnen Gastes. Eigene Thesen gehören nicht dazu.
Mit oder ohne Moderationskarten auf der Bühne?
Mit, aber richtig. Karten halten Namen, Zahlen und den Fragenvorrat, nicht den Wortlaut des Gesprächs. Wer frei fragt und die Karten nur als Sicherheitsnetz nutzt, bleibt im Dialog statt im Ablesemodus.
Sitzt die Moderation besser mitten im Panel oder am Rand?
Am Rand, mit Blick auf alle Gäste und den Saal. Von dort sieht die Moderation Körpersprache und Meldungen, kann Blickkontakt steuern und bleibt sichtbar die Instanz, die das Gespräch führt, ohne Teil der Runde zu sein.

Weitere Seiten

Alle Städte und FormateAlle LeistungenReferenzenÜber Jasmin Wölke