Ein Online-Event moderiert man mit kurzen Programmblöcken, fest eingeplanter Interaktion und einer Technikprobe vor dem Termin. Wer durch das Programm führt, hält das Tempo hoch, spricht Teilnehmer direkt an und arbeitet enger mit der Regie zusammen als auf jeder Bühne.
Der Bildschirm verzeiht nichts
Im Saal bleibt ein Publikum sitzen, auch wenn ein Vortrag zäh wird. Am Bildschirm ist das Postfach nur einen Klick entfernt. Jede Länge, jede stockende Übergabe und jede Minute Technikgefummel kostet Zuschauer, die nicht zurückkommen. Deshalb gelten online strengere Regeln als vor Ort, und deshalb braucht ein Online-Event eine Führung, die das Programm aktiv trägt statt es nur anzusagen.
Das Programm in kurze Blöcke schneiden
Planen Sie Blöcke von zehn bis fünfzehn Minuten und wechseln Sie danach Form oder Gesicht: auf den Vortrag ein Gespräch, auf das Gespräch eine Umfrage oder Fragen aus dem Chat. Sagen Sie zu Beginn, was wann kommt und an welchen Stellen die Teilnehmer selbst gefragt sind. Ein Online-Programm von 90 Minuten ist bereits lang; alles darüber braucht eine echte Pause mit klarer Wiedereinstiegszeit.
Interaktion planen statt erhoffen
Beteiligung entsteht online nicht von selbst. Legen Sie vorher fest, wo Sie das Publikum aktivieren: eine Umfrage nach dem Einstieg, Chatfragen nach jedem Beitrag, direkte Ansprache einzelner Teams oder Länder. Lesen Sie Chatfragen laut vor und lassen Sie sie hörbar beantworten, dann traut sich der Rest. Ein zweiter Bildschirm nur für den Chat hilft, nichts zu übersehen; noch besser ist eine Person, die den Chat sichtet und Fragen vorsortiert.
Technik proben, Rollen klären
Machen Sie vor dem Termin eine Probe mit allen Speakern: Bild, Ton, Übergaben, Bildschirmfreigaben. Klären Sie, wer bei Störungen eingreift und was passiert, wenn ein Speaker aus der Leitung fällt. Die Moderation überbrückt dann mit einer Frage oder zieht den nächsten Punkt vor, während im Hintergrund repariert wird. Eine zweite Einwahl als Reserve gehört dazu.
Ein Beispiel aus der Praxis
Jasmin Wölke hat bei Bosch als Director ein Team von 100 Leuten geführt, verteilt von Europa bis Nahost über mehrere Zeitzonen; Formate über Distanz waren jahrelang ihr Arbeitsalltag. Ihr Bühnenhandwerk aus Programmen wie dem International Business Summit, zwei Tage mit 15 Sessions, überträgt sie heute auf digitale Formate. Wie sie Online-Events moderiert, steht auf der Seite Online-Event-Moderation; für Formate mit Saal und Stream zugleich gibt es die Hybrid-Event-Moderation. Ob Sie überhaupt extern besetzen sollten, klärt die Seite Wann ist eine externe Moderatorin sinnvoll.