Moderation

Moderationskarten: So sieht eine Vorlage aus, die trägt

Eine gute Moderationskarte folgt einer einfachen Vorlage: eine Karte pro Programmpunkt, oben Uhrzeit und Titel, darunter drei bis fünf Stichworte, unten die Übergabe. Wer ganze Sätze auf die Karte schreibt, liest ab und verliert den Saal.

Eine gute Moderationskarte folgt einer einfachen Vorlage: eine Karte pro Programmpunkt, oben Uhrzeit und Titel, darunter drei bis fünf Stichworte, unten die Übergabe. Wer ganze Sätze auf die Karte schreibt, liest ab und verliert den Saal.

Der Aufbau einer Karte

Bewährt hat sich ein fester Aufbau in drei Zonen. Die Kopfzeile nennt Programmpunkt, geplante Uhrzeit und Dauer, dazu eine laufende Nummer, falls die Karten herunterfallen. Der Kernblock enthält die Stichworte: wen kündige ich an, welche zwei Fakten zur Person oder zum Thema, welche Frage eröffnet das Gespräch. Namen stehen mit Betonungshilfe auf der Karte, bei internationalen Gästen in Lautschrift nach eigenem System. Die Fußzeile regelt die Übergabe: wer kommt von welcher Seite, wer übernimmt das Mikrofon, was ist das Zeichen für die Regie. Mehr gehört nicht auf die Karte. Alles, was vollständig formuliert ist, verführt zum Vorlesen, und Vorlesen klingt im Saal sofort nach Pflicht.

Format und Material

Praktisch sind Karten in A6 oder A5 aus festem Papier, einseitig beschrieben, groß genug gedruckt, dass sie bei Bühnenlicht ohne Brille lesbar sind. Eine Farbe pro Veranstaltungsteil hilft bei Umbauten im Programm, etwa wenn der Nachmittag umgestellt wird und der Abend bleibt. Wer mit Lochung und Ring arbeitet, verliert keine Karte, blättert aber langsamer. Tablets wirken moderner, haben aber Nachteile: Sie spiegeln im Licht, gehen aus und machen jede spontane Notiz umständlich. Jasmin Wölke arbeitet nach über 500 Veranstaltungen weiter mit Papierkarten und notiert Änderungen handschriftlich bis kurz vor Einlass. Beim International Business Summit, einer Firmenreferenz mit 15 Sessions an zwei Tagen, hielt ein nummerierter Kartensatz pro Tag das Programm zusammen, auch als zwei Slots kurzfristig die Plätze tauschten.

Karten sind das Ergebnis, nicht der Anfang

Die Karte ist der letzte Schritt der Vorbereitung, nicht der erste. Vorher stehen das Briefing und der Ablaufplan: Erst wenn Reihenfolge, Zeiten und Übergaben feststehen, lohnt sich das Schreiben der Karten. Wer die Reihenfolge umdreht, schreibt doppelt. Für die eigene Veranstaltung heißt das: Ablaufplan finalisieren, pro Programmpunkt eine Karte anlegen, Stichworte statt Sätze notieren und den Satz laut testen. Was sich beim lauten Sprechen holprig anfühlt, wird auf der Karte durch ein besseres Stichwort ersetzt. Dieser Test kostet eine halbe Stunde und rettet den Abend öfter als jede Technikprobe.

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Häufige Fragen

Wie viele Moderationskarten braucht ein Event?
So viele wie Programmpunkte, plus eine Begrüßungs- und eine Abschlusskarte. Bei einem vollen Tagesprogramm sind das in der Praxis meist 15 bis 25 Karten.
Gehören ausformulierte Sätze auf die Karte?
Nur zwei: der erste Satz der Veranstaltung und ein heikler Satz, der juristisch oder politisch exakt fallen muss. Alles andere bleibt Stichwort.
Papier oder Tablet?
Papier ist auf der Bühne robuster: kein Akku, kein Spiegeln, schnelle handschriftliche Änderungen. Das Tablet eignet sich für die Regiefassung hinter der Bühne.
Was passiert bei kurzfristigen Programmänderungen?
Dafür gibt es die laufende Nummer und die Uhrzeit auf jeder Karte. Karten werden neu sortiert, gestrichene Punkte wandern ans Ende des Stapels, nicht in den Müll.
Schreibt die Moderatorin ihre Karten selbst?
Ja, immer. Das Schreiben ist Teil der Vorbereitung: Wer die Karte selbst verfasst, kennt den Inhalt und braucht sie am Abend fast nicht mehr.

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